
Liebe Friedensfreund*innen,
Musik, Bildende Kunst, Film, Theater oder Kabarett und Comedy….
Schon immer haben Künstler*innen in ihren Liedern, Kompositionen, Texten oder Kunstwerken dem Wunsch nach Frieden Ausdruck verliehen. In Käthe Kollwitz beeindruckender Kunst manifestierte sich die bis heute gültige Losung der Weimarer Friedensbewegung „Nie wieder Krieg“. Und in der Hochzeit der bundesdeutschen Friedensbewegung standen Rockmusiker wie BAP, Tote Hosen oder Udo Lindenberg an unserer Seite.
Heute hat die Friedensleidenschaft leider auch in der Kulturszene stark abgenommen. Trotz einer kriegerischer Gegenwart wird der alten Friedenshoffnung weniger künstlerische Gestalt als noch vor wenigen Jahren gegeben. Verunsicherungen durch einen unversöhnlich geführten gesellschaftlichen Diskurs über die Kriege in der Ukraine und dem Nahen Osten, der kaum Raum für eigenständiges, gar unorthodoxes Denken bietet, die Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung , der Zweifel an alten Überzeugungen oder eine Anpassung an den gesellschaftlichen Zeitgeist und seiner Kriegsmoralisierung – die Gründe für den Rückgang des friedenspolitischen Engagements in der Kulturszene sind vielfältig.
Aber verschwunden ist er nicht. Es gibt sie noch – die Stimmen für den Frieden. Seien es die Statements des Schauspielers und Kabarettisten Dieter Hallervorden, die Songs von Julia Neigel und Dirk Zöllner, die mit der Friedensbewegung eng verbunden sind, oder die Theaterprogramme von Lisa Wildmann. Und viele fühlen sich von den oft kleinlichen Streitigkeiten innerhalb der Friedensbewegung abgestoßen, unterstützen aber einzelne Friedensinitiativen wie Peter Maffay oder rufen seit jeher „einzeln und frei“ in ihren Werken zu Frieden auf wie Reinhard Mey.
Was fehlt ist eine Plattform, die diese Vielfalt sichtbar und greifbar macht. Eine Plattform, die Kulturprojekte für den Frieden aus dem Dunkeln und ihrer Vereinzelung hervorholt. Eine Plattform, die Kultur und Friedensbewegung miteinander vernetzen will und Künstler*innen vorstellt, die für Aktionen, Demonstrationen oder Friedenstreffen angesprochen werden können. Und eine Plattform, die darüber hinaus unserer Selbstvergewisserung dient, wenn sie vielfältige Künstler*innenprojekte und-aktionen aus der Geschichte der Friedensbewegung präsentiert, die uns begleitet haben, die uns stolz gemacht haben.
Deshalb stellen wir unsere neue Kulturbörse hier vor mit dem Titel des von Peter Seeger 1955 verfassten Antikriegsliedes „Where Have All the Flowers Gone“, das in der deutschen Interpretation mit Marlene Dietrich 1962 international populär wurde.
Wir hoffen, dass wir mit dieser Kulturbörse einen weiteren Mosaikstein gefunden haben, aus denen sich das Bild einer breiten gesellschaftlichen Friedensbewegung zusammensetzt. Die Kulturbörse ist ein offenes und niemals abgeschlossenes Projekt „in progress“. Sie ist deshalb auf Eure Mitarbeit, Eure Ideen, Anregungen und Kritik angewiesen.
Wir freuen uns auf Eure Vorschläge und Zuschriften.
Euer Redaktionsteam
-> Kontaktformular oder redaktion-kultur@friedenschaffen.net

Bilder KI-generiert mit Canva